Serie 1 Baujahr 1959

Für die Bundesgartenschau 1959 in Dortmund gab Henry Escher zusammen mit Arthur Franke vier Züge bei der Sollinger Hütte in Auftrag, die Serie 1. Die Fahrgestelle wurden mit einem luftgekühlten 1600 ccm Porsche-Industriemotor mit 40 PS, einem Hurth 4-Ganggetriebe mit Stockschaltung, einem Verteilerwendegetriebe der Sollinger Hütte, Achsgetriebe von Prometeus Berlin sowie Pneumatische-Hydraulische Westinghouse-Bremsen an allen 4 Rädern ausgestattet.

Die Karosserie der Lok und die Hängeraufbauten wurden von der Hamburger Firma Piotrowski (Pio Karosseriewerk) im Auftrag der Sollinger Hütte in solider Handarbeit unter Leitung von Willy Zimmermann gefertigt. Als Design-Vorbild diente der damals hochmoderne Trans-Europa-Express TEE der Deutschen Bundesbahn. Die Kotflügel, Motorhaube und Scheinwerder stammen von einem DKW 3=6, weitere Teile wurden aus dem Bootsbau verwendet (obere Haube, Lufteinlässe).

Jeder Zug hatte ein Leergewicht von ca. 11,5 to.  (Lok ca. 5,5 to., jeder der 3 Hänger ca. 1,8 to.). Die Höchstgeschwindigkeit betrug ca. 25 km/h und der Spritverbrauch lag bei ca. 28 ltr/100 km

Die erste Serie bestand aus 4 kompletten Zügen mit jeweils 3 Hängern. Sie erhielten später die Nummern 1 (blau), 2 (rot), 3 (gelb) und 4 (grün).

Die Züge der Serie 1 sind klar zu erkennen: sie haben einen 3. Scheinwerfer, hinter dem die Abschleppöse versteckt ist und 4 seitliche runde Lufteinlässe.

Aufgrund massiver Probleme mit der Motorkühlung wurde nachträglich ein Kühlergrill eingebaut (Sonderzubehör Goggomobil) und die geschlossene seitliche Revisionsklappe durch ein Gitter ersetzt. Auch wurden stärkere Achsen eingebaut, da es im ersten Betriebsjahr häufig zu Achsbrüchen kam. Ebenfalls wurde das Hurth-Getriebe durch ein ZF-LKW-Getriebe ersetzt.

Die Maße der Serie 1

Die Züge der Serie 1 waren hauptsächlich in Dortmund im Einsatz. Grund dafür war eine Vertragsklausel zwischen Escher und Dortmund, dass diese Art der Züge nur exklusiv im Westfalenpark fahren durften. Erst später wurden die Züge auch Saisonweise in anderen Parks eingesetzt (Zug 1 Köln 1971, Zug 4 Hamburg 1973).

1971 wurden alle Escher-Züge mit der US-Version des Porsche-Industriemotor 616/39 mit 90 PS umgerüstet, der mit einer Abgasreinigungsanlage ausgestattet war.

Zug 4 wurde 1975 in den Amstelpark nach Amsterdam verkauft. Die anderen Züge waren noch bis 1991 im Westfalenpark im Einsatz und wurden dann durch die Akkuloks von Intamin ersetzt.

Zug 1 wurde im Jahr 2001 nach Köln verkauft und ist dort, mit anderen Hängern, regelmäßig im Einsatz. Zug 2 wurde im Jahr 2018 ebenfalls von der Kleinbahn Köln erworben und wird zurzeit restauriert.

Zug 4 wurde 1975 in den Amstelpark nach Amsterdam verkauft und dort mehrfach umgebaut. Zug 3 wurde vor kurzem erworben, die Karosserie wurde restauriert und auf das Fahrgestell von Zug 4 gesetzt. Die Karosserie von Zug 4 und das Fahrgestell von Zug 3 werden zurzeit generalüberholt.

[HS]