1975 Mannheim Buga

Die Bundesgartenschau in Mannheim fand vom 18. April bis 19. Oktober 1975 statt. Henry Escher bekam den Zuschlag für eine 2,2 Km lange Strecke auf dem Ausstellungsgelände Herzogenried mit zwei Haltestellen: „Neuer Meßplatz“ und „Sportplatz„.
Laut Vertrag vom 06.02.1974 wurde der Fahrbetrieb mit 5 Zügen realisiert: Zug 5 (Dortmund), Zug 8 (Hamburg) sowie die Züge 11, 12 und 13. Zusätzlich fuhr erstmalig die Ford-Porschelok mit den Hängern von Zug 12 test-weise durch den Park. Zug 10 war hier und zeitweise in Amsterdam im Einsatz.

Wie auch in Hamburg und Stuttgart war die Stadt Mannheim mit einer „variablen Miete“ am Umsatz beteiligt (alle Angaben Netto ohne MwSt.):

vonbisAbgabe
0 DM800.000 DMkeine
800.001 DM1.200.000 DM5 %
1.200.001 DM1.600.000 DM10 %
1.600.001 DM2.000.000 DM15 %
2.000.000 DM2.400.000 DM25 %
2.400.001 DM2.800.000 DM30 %
2.800.001 DM25 %

Die Preise für eine Rundfahrt betrugen

  • 2,00 DM Erwachsene
  • 1,50 DM Kinder und Rentner
  • 4,50 DM Familie mit einem Kind
  • 5,50 DM Familie mit zwei oder mehr Kindern
  • 1,50 DM Erwachsene Teilstrecke
  • 1,00 DM Kinder und Rentner Teilstrecke

Die Firma Escher erstellte auf eigene Rechnung die gesamte Gleisanlage, die Lokhalle und den Abbau nach der Buga. Die BGS war zuständig für Unterbauten, Brücken, Beleuchtung usw. Die Kostenschätzung für die Firma Escher KG lag bei DM 95.019,32 (davon für die Firma Fichler Gleisbau DM 43.955,70), die der BGS bei DM 190.000 (inklusive Rückbau nach der Gartenschau).

In Vorbereitung wurde in Dortmund am 07.12.1973 von einem Gutachter eine Schallmessung an einem Zug vorgenommen, um die Lärmbelästigung zu ermitteln. Sie ergab einen Wert zwischen 74 dB(A) bei 2000 u/Min und 88 dB(A) bei 4500 u/Min, gemessen in einem Abstand von 7,5 m. Das Auspuffgeräusch am Ende des Zuges (die Abgase wurden unter dem Zug durchgeleitet) betrug mit 52 dB(A) weniger als der Umgebungspegel.

Die Strecke in Mannheim führte unter dem Wohnhaus Am Brunnengarten 23 durch. Ein Mieter fühlte sich durch Lärm und Vibrationen belästigt und drohte mit Klage. Daraufhin wurde ein Gutachten eingeholt und die Strecke in diesem Bereich zusätzlich Isoliert („G+H Mafund-Isolierung“), die Lautsprecherdurchsagen für diesen Bereich gestrichen. Nachdem die Wohnungsbaugesellschaft dem Mieter auch noch finanziell entgegenkam zog dieser seine Beschwerde zurück.

Zug 10

Auch in Mannheim waren schienenlose Busse im Zubringerverkehr im Einsatz.

[HS]